Kaum zu toppen! Die Abendgala brachte ungewöhnliche Preisträger und spektakuläre Überraschungsgäste.

Wer den Auftritt der Blackouts im Vorjahr für ein nicht wiederholbares Highlight hielt, sah sich in auf der Abend-Gala Schmallenberg eines Besseren belehrt.

Schon beim Get together vor der Stadthalle Schmallenberg bei Sekt und Bier ging das Geraune los. Was wohl hat sich Organisator Peter Göbel als Highlight für den Gala-Abend ausgedacht? Nicht wenige, die bei der vierten AvD-Röhrl-Klassik in Bregenz dabei waren, konnten sich kaum vorstellen, dass der spektakuläre Auftritt der „Blackouts“zu toppen sein könnte.

Die Drohnenshow am späten Abend der Gala war das erste von vielen Highlights, dafür wurden die Teilnehmer und Gäste ausnahmsweise des Saales verwiesen. Zum krönenden Abschluss gab es ein Dankeschön an die Stadt Schmallenberg und das Sauerland in den Himmel gemalt, gefolgt von der Unterschrift Walter Röhrls.

Durchgesickert war bereits, dass nach Siegerehrung und Abendessen eine Drohnenshow auf dem Programm stand. Gegen 21:40 bat der Veranstalter die Gäste ins Freie, wo 150 choreographierte Drohnen zu eigens komponierten Songs von Röhrl-Fan Joseph Cothrie-Monson unter anderem 911-Silhouetten, die Signatur von Weltmeister Walter Röhrl und nicht zuletzt eine Liebeserklärung und ein Dank an das Sauerland in den Nachthimmel schrieben.

Bürgermeister Johannes Trippe bedankte sich bei allen Beteiligten. Auch für ihn war die AvD-Röhrl-Klassik ein Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt Schmallenberg und der gesamten Umgebung. Er lobte zudem dem familiären Charakter der Porsche-Ausfahrt mit und für den zweifachen Rallye-Weltmeister Walter Röhrl.

Schmallenbergs Bürgermeister Johannes Trippe ließ sich von der guten Stimmung anstecken: „Man merkt, dass das hier sehr familiär ist und einen ganz besonderen Spirit hat.“ Lobend erwähnte der CDU-Politiker auch Umsicht und Selbstbeherrschung der 174 Teilnehmer: „Es gab keine Unfälle, was ja auch nicht ganz unwichtig ist.“ Niemand wurde geblitzt, lediglich mit der 30er-Zone auf der eigens für die Rallye gesperrten Weststraße ging es ein einziges Mal nicht ganz nach Vorschrift zu. Aber Polizeichef Markus Brüning räumte grinsend ein: „Die Schilder sind aber auch schwer zu sehen.“

Wie in den Jahren zuvor wurde das Riesenbanner des Events für einen guten Zweck versteigert. Zwei soziale Projekte wurden von der Stadt Schmallenberg vorgeschlagen, insgesamt 10.500 Euro kamen am Ende für den Guten Zweck zusammen.

Nicht zu übersehen war das Riesenbanner, mit dem aufgedruckten Plakat des Künstlers Uli Ehret, das auf der Gala zur Versteigerung kam. Das 9,60 mal 2.90 Meter (richtig? Ich habe drei verschiedene Angaben bekommen…) Mit Charme und Hartnäckigkeit trieb Moderator und Auktionator Peer Günther den Preis in nie dagewesene Höhen. Am Ende kamen 10500 Euro zusammen, die zu gleichen Teilen an die Young Food Academy und die Kinderburg gehen, beides Kinderförderungsprogramme der Stadt Schmallenberg.

Die Glücksfeen bei der Verlosung: Johanna (links) und Karina – die Töchter von Event-Chef Peter Göbel – zogen die glücklichen Gewinner.

Beschenkt wurden auch einige Teilnehmer. Bei der traditionellen Verlosung reichten die Preise von einem Reisegutschein im Wert von 500 Euro ins Sauerland, VIP-Tickets für den nächsten AvD-Oldtimer-Grand-Prix, ein Satz Sportfedern der Fahrwerksspezialisten von H&R und zwei exklusive Uhren von Sinn.

Rund 40.000 Kilometer im Einsatz für den guten Zwecke. Christa und Dieter Göbel, die Eltern des Events-Leiters, fahren seit der ersten Veranstaltung den Vorauswagen und kontrollieren zudem 72 Stunden vor dem Start die gesamte Route. Mama Christa ist nicht nur die gute Seele des Teams, im 480 PS starken Porsche fühlt sie sich mehr als wohl.

Geehrt wurden nicht nur die Sieger und die Losgewinner, ein dicker Blumenstrauß und stehende Ovationen gingen an Christa Göbel, die wie gewohnt mit Ehemann Dieter souverän den 480 PS starken Vorauswagen lenkte. Das unverwüstliche Duo erledigt diesen Job schon seit fast 30 Rallyes. Dabei haben die Eltern des Veranstalters mit etwa 40000 Kilometern fast einmal die Erde umrundet. „Ich freue mich jedes Jahr so sehr auf dieses Wochenende“, sagte die gerührte Geehrte, die nicht nur drei Tage lang dem Feld den Weg bahnte, sondern zuvor noch 450 Nussecken für alle Teilnehmer gebacken hatte. Die 81-Jährige verriet bei ihrer Dankesrede: „Ich war mir nicht sicher, ob ich es dieses Jahr schaffen kann, ich hatte zwei Wochen vorher noch einen Bandscheibenvorfall.“ Die Wunderheilung verdankt sie dem neuen Porsche 911. „Die Bewegung im Auto hat mir geholfen.“

Pechvogel der Veranstaltung: Petros Michelidakis wurde wenige Tage vor dem Event der historische Porsche aus der Garage gestohlen. Er kam trotzdem und folgte dem Event in einem modernen Auto. Trotz schwerer Momente waren er und Beifahrerin Alexia Castro am Ende froh, die Reise ins Sauerland angetreten zu haben.

Auf die Mithilfe der Porsche-Gemeinde und der Polizei sind Petros Michelidakis und Alexia Castro angewiesen. Das Duo hatte sich bei der AvD-Röhrl-Klassik zu seiner ersten Oldtimer-Rallye überhaupt angemeldet, aber am Morgen des Starts stand das weinrote 911 Cabrio, Baujahr 1988 nicht mehr an seinem Platz in der Tiefgarage. Per Tracker nahm Michelidakis umgehend die Verfolgung auf, aber die Spur verliert sich jenseits der niederländischen Grenze. Viele Teams versprachen, Augen und Ohren offen zu halten, das Orga-Büro nimmt sachdienliche Hinweise entgegen. Trotz Sorge und Ärger über den Verlust wollten sich Michelidakis und Castro das Wochenende nicht verderben lassen und fuhren die Rallye kurzerhand außer Konkurrenz mit einem zeitgenössischen Porsche mit und erhielten auf der Gala unter großem Applaus den „Sonderpreis für Positives Denken“.

Wie schon im Vorjahr das Highlight der Gala. Die Schweizer LED-Tanzgruppe „The Blackouts“ begeisterten mit einer sagenhaften Lichtshow, zwei Jahre zuvor tanzte sich die Gruppe in der weltweiten Castingshow „Britains got Talent“ mit einem Schlag ins Rampenlicht. Mit Veranstalter Peter Göbel hat man mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis.

Ein Preis war noch zu vergeben, und dazu erschien Jonas Schneider auf der Bühne. Der Frontmann der Blackouts hatte zwei VIP-Tickets für eine einstündige Show der Schweizer Tanztruppe zu vergeben, die im Vorjahr bei der weltweit ausgestrahlten Casting-Show „Britain’s got Talent“ für Furore gesorgt hatte. Im Vorjahr war Ehrengast Walter Röhrl schwer begeistert von den Tänzern in ihren LED-Anzügen und beklagte nur, „dass die Monika nicht dabei war.“ Nun, in diesem Jahr saß die Röhrl’sche Gattin mit am Ehrentisch. Und die Blackouts – 2025 mit fünf Tänzern am Start – legten auch 2026 wieder los. Dieses Mal zu siebt und mit einem fast dreimal so langem Auftritt. Am Ende der fünften Röhrl-Klassik plagt Rallyechef Peter Göbel eigentlich nur eine Frage: Wie lässt sich das jetzt 2027 toppen?

Viele Preise dank zahlreicher Partner. Der renommierte Verlag Delius Klasing beschenkte viele Gewinner mit erstklassigen Porsche-Büchern. Und in die Pokale der AvD-Röhrl-Klassik wurde die Unterschrift des zweifachen Weltmeisters eingelasert.

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