Kaiser-Wetter und Beistand von oben: Perfekter Start der 1. Röhrl-Klassik

„Ich hatte lange überlegt, ob die Welt eine Röhrl-Klassik braucht. Jetzt bin ich froh, dass ich zuge-stimmt habe und mit dabei bin. Hier verbringe ich drei Tage mit Menschen, die sich alle für Oldtimer und insbesondere für Porsche interessieren. Damit haben wir so viele Gemeinsamkeiten, das wird eine wunderbare Zeit, die ich sehr genieße“, freute sich Namensgeber und Doppelweltmeister Walter Röhrl schon vor dem Start.

Konrad Delius, der Verleger des veranstaltenden Delius Klasing Verlages war von der Resonanz der Premiere begeistert: „Bei einer Oldtimer-Rallye, die nur für Porsche-Fahrzeuge ausgeschrieben war, hatten wir bei der Premiere schon mehr Anmeldungen wie unsere maximal mögli-chen 111 Startplätze. Es ist schon etwas Besonderes, beim ersten Mal direkt ausgebucht zu sein.“ Als Lokalmatador nimmt der Schauspieler Hinnerk Schönemann an der Premiere der Röhrl-Klassik teil. „Dies ist eine ganz besondere Veranstaltung und obwohl ich hier lebe, bin ich bestimmt 90 Prozent der Strecken von heute noch nie gefahren. Vom Orga-Team rund um Peter Göbel fühlt man sich richtig gut betreut.“

Die Auftakt-Runde führte die 112 Teams rund um den Müritz-See und den gleichnamigen Nationalpark.  Es waren viele Mannschaften am Start, die erstmals an einer solchen Veranstaltung teilnahmen. Auf den 157 Kilometern warteten sechs Wertungsprüfungen (WP) und ebenso viele Durchfahrtskontrollen (DK) auf die Teilnehmer. Gleich bei der ersten DK in Waren an der Müritz standen Fans und Zuschauer eng gedrängt im Hafen. Die Teams wurden stilecht vom Kurdirektor mit Frack und Zylinder begrüßt. Klaus Lambrecht, Mitarbeiter der Tourist-Info, gibt bei Stadtführungen neben anderen Rollen auch den Kurdirektor. „Wir freuen uns sehr, wenn so viele Menschen durch die Rallye zu uns kommen, das Interesse bei unseren sonstigen Gästen an dieser Veranstaltung ist riesengroß. Deshalb stellen wir für diesen Anlass gerne unsere ‚Schokoladenseite‘ der Stadt hier am Hafen zur Verfügung.“

Tanz auf den Betonplatten und hoch in der Luft

An der nächsten DK in Ankersagen, hier verbrachte der weltberühmte Altertumsforscher und Archäologe Heinrich Schliemann die ersten acht Jahre seines Lebens, befindet sich dem Entdecker Trojas zu Ehren das international bekannte Schliemann-Museum samt einem begehbaren hölzernen „Trojanischen Pferd“. Die weitere Strecke führte dicht am Nationalpark vorbei über Neustrelitz, mit seiner sternförmigen, spätbarocken Stadtanlage, zum ehemaligen russischen Militärflughafen in Lärz. Hier warteten gleich zwei Highlights auf die Teams in ihren unterschiedlichen Porsche-Modellen.

Die vom Peter Göbels Team neu geschaffene Prüfung mit bunten Pylonen sorgte teilweise für sehr wundersame ‚Tänze‘ und verschlungene Routen rund um die Streckenmarkierungen. Dann folgte die ‚Verfolgungsjagd‘ in einer Parallel-Prüfung über die rund drei Kilometer lange Landebahn. Nicht nur, dass die Teams hier auf der abgesperrten und gesicherten Bahn einmal so richtig mit dem Gasfuß spielen durften, auch von oben gab es Beistand: Viele Parallelstarts wurden von einer Boeing Stearman begleitet, die über die Boliden hinwegrauschte. Ein unvergessliches Erlebnis für die Teams, Fotografen und Fans. Der von Jörg Schramma pilotierte Doppeldecker von 1943 flog im gleichen Tempo über die Teams. Der frühere Jet-Pilot und Ausbilder von Bundeswehr-Piloten stellte auch die Kunstflugfähigkeit des Oldies mit einem Sieben-Zylinder-Sternmotor und Holzpropeller bei einem Looping unter Beweis. „Diese Aktionen sind alle sehr wohl überlegt, genau geplant und lange trainiert. Für mich ist ein Looping drehen wie für andere Menschen das Fahrradfahren.“ Er ergänzte augenzwinkernd: „Ich freue mich, diese Vielzahl von Porsche-Oldies von oben sehen zu können. Da ich so langsam fliegen kann, habe ich alle Zeit der Welt dazu.“

Große Porsche-Familie trifft große Scheune

Die Abendpause fand in der historischen Feldsteinscheune in Bollewick statt, die die größte ihrer Art in Deutschland ist. Seit 1881 überdeckt sie eine Fläche von fast 10.000 Quadratmetern. Heinz Priostaff, der stellvertretende Bürgermeister erklärte: „Bis 1990 standen hier 700 Kühe drin, danach hat die Gemeinde die Scheune übernommen und in die jetzige Form mit einer Eventfläche mit spannenden Werkstätten und einem Hotel umgewandelt.“

Die Strecke auf dem Rückweg zur Übernachtungspause in Göhren-Lebbin führte über eine weitere DK im Hafen von Röbel am See und zwei weitere spannende Wertungsprüfungen. Von dort geht es dann am Freitag ab 08.30 Uhr auf die zweite Etappe, die die Teams bis hoch an die Ostsee führt.

In der sportlichen Wertung führen nach dem ersten Fahrtag Gard Lambert mit Beifahrer Michael Loerke im 911 SC Targa von 1979. Walter Röhrl liegt auf Platz 22, Schauspieler Hinnerk Schönemann im Mittelfeld auf Rang 66.

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Text: Jürgen Hahn
Fotos: Lena Willgalis, Röhrl-Klassik

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