Schon beim Get together vor der Stadthalle Schmallenberg bei Sekt und Bier ging das Geraune los. Was wohl hat sich Organisator Peter Göbel als Highlight für den Gala-Abend ausgedacht? Nicht wenige, die bei der vierten AvD-Röhrl-Klassik in Bregenz dabei waren, konnten sich kaum vorstellen, dass der spektakuläre Auftritt der „Blackouts“zu toppen sein könnte.

Durchgesickert war bereits, dass nach Siegerehrung und Abendessen eine Drohnenshow auf dem Programm stand. Gegen 21:40 bat der Veranstalter die Gäste ins Freie, wo 150 choreographierte Drohnen zu eigens komponierten Songs von Röhrl-Fan Joseph Cothrie-Monson unter anderem 911-Silhouetten, die Signatur von Weltmeister Walter Röhrl und nicht zuletzt eine Liebeserklärung und ein Dank an das Sauerland in den Nachthimmel schrieben.

Schmallenbergs Bürgermeister Johannes Trippe ließ sich von der guten Stimmung anstecken: „Man merkt, dass das hier sehr familiär ist und einen ganz besonderen Spirit hat.“ Lobend erwähnte der CDU-Politiker auch Umsicht und Selbstbeherrschung der 174 Teilnehmer: „Es gab keine Unfälle, was ja auch nicht ganz unwichtig ist.“ Niemand wurde geblitzt, lediglich mit der 30er-Zone auf der eigens für die Rallye gesperrten Weststraße ging es ein einziges Mal nicht ganz nach Vorschrift zu. Aber Polizeichef Markus Brüning räumte grinsend ein: „Die Schilder sind aber auch schwer zu sehen.“

Nicht zu übersehen war das Riesenbanner, mit dem aufgedruckten Plakat des Künstlers Uli Ehret, das auf der Gala zur Versteigerung kam. Das 9,60 mal 2.90 Meter (richtig? Ich habe drei verschiedene Angaben bekommen…) Mit Charme und Hartnäckigkeit trieb Moderator und Auktionator Peer Günther den Preis in nie dagewesene Höhen. Am Ende kamen 10500 Euro zusammen, die zu gleichen Teilen an die Young Food Academy und die Kinderburg gehen, beides Kinderförderungsprogramme der Stadt Schmallenberg.

Beschenkt wurden auch einige Teilnehmer. Bei der traditionellen Verlosung reichten die Preise von einem Reisegutschein im Wert von 500 Euro ins Sauerland, VIP-Tickets für den nächsten AvD-Oldtimer-Grand-Prix, ein Satz Sportfedern der Fahrwerksspezialisten von H&R und zwei exklusive Uhren von Sinn.

Geehrt wurden nicht nur die Sieger und die Losgewinner, ein dicker Blumenstrauß und stehende Ovationen gingen an Christa Göbel, die wie gewohnt mit Ehemann Dieter souverän den 480 PS starken Vorauswagen lenkte. Das unverwüstliche Duo erledigt diesen Job schon seit fast 30 Rallyes. Dabei haben die Eltern des Veranstalters mit etwa 40000 Kilometern fast einmal die Erde umrundet. „Ich freue mich jedes Jahr so sehr auf dieses Wochenende“, sagte die gerührte Geehrte, die nicht nur drei Tage lang dem Feld den Weg bahnte, sondern zuvor noch 450 Nussecken für alle Teilnehmer gebacken hatte. Die 81-Jährige verriet bei ihrer Dankesrede: „Ich war mir nicht sicher, ob ich es dieses Jahr schaffen kann, ich hatte zwei Wochen vorher noch einen Bandscheibenvorfall.“ Die Wunderheilung verdankt sie dem neuen Porsche 911. „Die Bewegung im Auto hat mir geholfen.“

Auf die Mithilfe der Porsche-Gemeinde und der Polizei sind Petros Michelidakis und Alexia Castro angewiesen. Das Duo hatte sich bei der AvD-Röhrl-Klassik zu seiner ersten Oldtimer-Rallye überhaupt angemeldet, aber am Morgen des Starts stand das weinrote 911 Cabrio, Baujahr 1988 nicht mehr an seinem Platz in der Tiefgarage. Per Tracker nahm Michelidakis umgehend die Verfolgung auf, aber die Spur verliert sich jenseits der niederländischen Grenze. Viele Teams versprachen, Augen und Ohren offen zu halten, das Orga-Büro nimmt sachdienliche Hinweise entgegen. Trotz Sorge und Ärger über den Verlust wollten sich Michelidakis und Castro das Wochenende nicht verderben lassen und fuhren die Rallye kurzerhand außer Konkurrenz mit einem zeitgenössischen Porsche mit und erhielten auf der Gala unter großem Applaus den „Sonderpreis für Positives Denken“.

Ein Preis war noch zu vergeben, und dazu erschien Jonas Schneider auf der Bühne. Der Frontmann der Blackouts hatte zwei VIP-Tickets für eine einstündige Show der Schweizer Tanztruppe zu vergeben, die im Vorjahr bei der weltweit ausgestrahlten Casting-Show „Britain’s got Talent“ für Furore gesorgt hatte. Im Vorjahr war Ehrengast Walter Röhrl schwer begeistert von den Tänzern in ihren LED-Anzügen und beklagte nur, „dass die Monika nicht dabei war.“ Nun, in diesem Jahr saß die Röhrl’sche Gattin mit am Ehrentisch. Und die Blackouts – 2025 mit fünf Tänzern am Start – legten auch 2026 wieder los. Dieses Mal zu siebt und mit einem fast dreimal so langem Auftritt. Am Ende der fünften Röhrl-Klassik plagt Rallyechef Peter Göbel eigentlich nur eine Frage: Wie lässt sich das jetzt 2027 toppen?

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